Insbesondere jüngere Arbeitnehmer zwischen 18 und 35 Jahren messen einer ausgewogenen Work-Life-Balance einen wesentlich höheren Stellenwert zu als noch die Generationen davor. Dies liegt unter anderem an den deutlich veränderten Erwerbsbiografien.

Waren Arbeitnehmer in der Vergangenheit jahre- oder jahrzehntelang im selben Beruf und für einen einzigen Arbeitgeber tätig, nehmen heutige Berufsbiografien durch individuelle Auszeiten vom Beruf, den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, die Vereinbarung von Teilzeitregelungen während der Elternzeit oder der Pflege von Angehörigen einen ganz anderen Verlauf. Auch die stufenweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf das 67. Lebensjahr hat dazu geführt, dass sich viele Beschäftigte eine bezahlte Arbeitszeitreduktion in der ruhestandsnahen Lebensphase wünschen.

Die Veränderungen in der Lebensplangestaltung führen auf der einen Seite zu einer steigenden Nachfrage der Arbeitnehmer nach personalpolitischen Instrumenten, die den geänderten Lebensentwürfen Rechnung tragen können. Auf der anderen Seite profitieren Unternehmen aber auch von der Einführung von flexiblen Arbeitszeitmodellen, da sie sich dadurch Wettbewerbsvorteile bei der Rekrutierung und Bindung von qualifizierten Fach- und Führungskräften verschaffen können. Freistellungen für Sabbaticals oder Bildungsurlaub sowie die Aussicht auf einen früheren Ruhestand führen nachweislich zu einer höheren Motivation der Mitarbeiter und haben einen positiven Einfluss auf den Gesundheitszustand. Außerdem profitieren Arbeitgeber von qualifizierten Mitarbeitern.

Lebensarbeitszeitkonten

Bei den sog. Lebensarbeitszeitkonten handelt
es sich um besonders ausgestaltete Arbeitszeitkonten,
da sie nicht in Zeit, sondern
in Geld geführt werden.

Grundsätzlich können Lebensarbeitszeitkonten
aus geleisteten Arbeitszeiten (Überstunden,
nicht in Anspruch genommene Urlaubstage über
den gesetzlichen Mindestanspruch, aus Arbeitsentgelten
(laufendes Gehalt, Sonderzahlungen)
und zusätzlichen Quellen (Verzinsung des Wertguthabens)
aufgebaut werden.

Aus dem Wertguthaben kann dann zu einem
späteren Zeitpunkt eine Freistellungsphase
des Arbeitnehmers finanziert werden (z.B.
Sabbatical, Vorruhestand, Weiterbildungsmaßnahme).
Die zum Aufbau des Wertguthabens
einbehaltenen Entgeltbestandteile werden in
einem geeigneten Kapitalmarktprodukt (Investmentfonds,
Lebensversicherung) angelegt.

Das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson GmbH hat im vergangenen Jahr eine Studie durchgeführt, in der 25 Unternehmen mit über 100.000 Mitarbeitern zur Nutzung und Bewertung von Zeitwertkonten befragt wurden. Über zwei Drittel der Unternehmen gaben z. B. an, dass Mitarbeiter, die Zeitwertkonten aktiv nutzen, betriebstreuer sind als Mitarbeiter ohne Zeitwertkonto.

Die ermittelte Teilnahmequote von ca. 40 % hängt dabei von der Ausgestaltung des Zeitwertkontos im Unternehmen ab, z. B. Beteiligung des Arbeitgebers an der Finanzierung. Die durchschnittliche Dauer einer vorübergehenden Freistellung (z. B. Sabbatical) beträgt ca. zwei Monate. Ruhestandsnahe Freistellungen betragen ca. 20 Monate. Als Spezialist für betriebliche Alters- und Gesundheitsvorsorge betreuen wir Sie über alle Phasen und darüber hinaus. Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder wünschen Sie eine ausführlichere Erklärung sowie Beratung, kontaktieren Sie uns gerne und zu jeder Zeit.

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Elke Smejkal

Newsletter-Autorin

Fachliche Leiterin für betriebliche Versorgungswerke
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